Stadt Tübingen informiert

 

Badegewässer im Landkreis Tübingen:

Fließgewässer besser nicht zum Baden nutzen

Mit den wärmer werdenden Temperaturen stürzt man sich gerne ins kühle Nass.

Entsprechend den gültigen Regelungen der Corona-Verordnung der Landesregierung sind im Landkreis Tübingen die Baggerseen Kirchentellinsfurt und Tübingen-Hirschau seit dem 2. Juni 2020 wieder nutzbar. Es gelten jedoch nach wie vor strenge Auflagen zur Hygiene und zum Abstandhalten.

Die Abteilung Gesundheit im Landratsamt Tübingen weist in diesem Kontext darauf hin, dass der Neckar, die Steinlach und andere Fließgewässer im Landkreis nicht als Badegewässer eingestuft sind. Somit werden diese auch nicht auf die Kriterien der Badegewässerverordnung Baden-Württemberg untersucht. Bei früheren stichprobenhaft durchgeführten Messungen lagen vor allem Fäkalkeime deutlich über den Grenz- und Richtwerten. Es wird daher empfohlen, in Fließgewässern wie dem Neckar oder der Steinlach nicht zu baden.

Einen Überblick über die baden-württembergischen Badegewässer, welche hinsichtlich ihrer Qualität regelmäßig mikrobiologisch überwacht werden, ist mit allen aktuellen Informationen auf der Homepage der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de abrufbar. Wissenswertes findet man auch auf der Internetseite des Landkreises Tübingen, www.kreis-tuebingen.de unter dem Suchbegriff „Bäder und Badegewässer“.

Informationen zu den beiden Baggerseen und den jeweiligen Regelungen im Zusammenhang mit Corona findet man unter www.kirchentellinsfurt.de bzw. unter www.tuebingen.de (Suchbegriff Baggersee Hirschau). 

Der Kreisbehindertenbeauftragte informiert: Euroschlüssel für Rollstuhl-WCs

Der Euroschlüssel ist ein seit 1986 eingeführtes, inzwischen europaweit einheitliches Schließsystem, welcher körperlich beeinträchtigten Menschen ermöglicht, mit einem Einheitsschlüssel selbständig und kostenlos Zugang zu behindertengerechten sanitären Anlagen und Einrichtungen zu erhalten, z. B. an Autobahn- und Bahnhofstoiletten, aber auch für öffentliche Toiletten in Fußgängerzonen, Museen oder Behörden. Willi Rudolf, der Behindertenbeauftragte des Landkreises Tübingen, informiert darüber, wer einen solchen Schlüssel erhalten kann: „Die Behindertenverbände sind darauf bedacht, dass der Schlüssel Menschen mit einer Behinderung ausgehändigt wird, die auf behindertengerechte Toiletten angewiesen sind. Das sind z.B. schwer gehbehinderte Menschen, Rollstuhlfahrer, Stomaträger, blinde und schwerbehinderte Menschen, die hilfsbedürftig sind und gegebenenfalls eine Hilfsperson brauchen. Weiterhin berechtigt sind Personen, die z. B. an Multipler Sklerose oder Morbus Crohn erkrankt sind sowie Menschen mit chronischer Blasen- / Darmerkrankung.“

Auf jeden Fall erhält man einen Schlüssel, wenn im Schwerbehindertenausweis folgendes vermerkt ist:

  •  das Merkzeichen: aG, B, H, oder BL unabhängig vom Grad der Behinderung

   (GdB)
•  G und Grad der Behinderung (GdB) 70% aufwärts.

Liegt kein entsprechender GdB oder eine der o.g. Erkrankungen vor, muss ein Attest, eine ärztliche Bescheinigung o.ä. vorgelegt werden. Der offizielle Euro-WC-Schlüssel mit Schlüsselband ist für 26,- € inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten erhältlich beim Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Baden-Württemberg e.V., Derendinger Str. 40, 72072 Tübingen, Tel: 07071-8859610, Email: info@lsk.bw.de. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.lsk-bw.de oder direkt bei Willi Rudolf unter Tel. 07071/207-6181 oder Email: kbb@kreis-tuebingen.de

Die Abteilung Forst im Landratsamt Tübingen informiert:

Aktuelle Hinweise zum Eichenprozessionsspinner

In den vergangenen Jahren hat die Population des Eichenprozessionsspinners –  auch aufgrund der zunehmend warmen Temperaturen –  deutlich zugenommen. Mittlerweile sind fast alle Eichenbestände betroffen, wenngleich der Befall unterschiedlich stark ist.

Als wärmeliebende Art bevorzugt der Eichenprozessionsspinner alle Eichenarten, die in besonnten Wäldern oder an Waldrändern wachsen (südlich und westlich exponiert). Es können aber auch einzelne Bäume auf dem freien Feld, in Parks oder in Gärten befallen sein.

Welche Gefahr geht von den Raupen aus?

Gefährlich für den Menschen ist der Kontakt mit den Spiegel- oder Brennhaaren der Raupen, welche ab dem 3. Larvenstadium (ab Ende Mai) auftreten. Aus diesem Grund sollte der unmittelbare Kontakt mit den Raupen und den Gespinsten, in denen der Anteil der Brennhaare sehr hoch ist, vermieden werden. Der längere Aufenthalt unter befallenen Eichenbäumen sollte ebenso vermieden werden, da die Brennhaare auch durch den Wind verteilt werden. Die größte Gefährdung durch die Brennhaare besteht bis in den späten Herbst.

Der Kontakt mit den Brennhaaren kann unterschiedliche Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems auslösen:

  • lokalen Hautentzündungen mit starkem Juckreiz (dieser klingt nach ca. 7 Tagen ab)
  • Entzündung von Augenbindehaut und Auge oder der oberen Luftwege
  • Allgemeinerscheinungen wie Schwindelgefühl, Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl

Bei Auftreten von Krankheitserscheinungen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Patient sollte dabei von sich aus auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen.

Richtiges Verhalten ist wichtig:

  • Meiden von befallenen Arealen
  • Raupen und ihre Gespinstnester nicht berühren. Die Nester können auch Monate nach ihrer Bildung noch Reizungen auslösen!
  • Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren. Die Kleidung unbedingt waschen
  • Empfindliche Hautbereiche (z. B. Nacken, Hals, Unterarme) schützen
  • Bei der Bearbeitung von Eichen-Brennholz auf Raupennester achten
  • Auf Holzernte- oder -pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind
  • Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchführen lassen
  • Besonders vorsichtig sollten alle Menschen sein, die bereits eine Allergie haben

Eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist nur bedingt mit verschiedenen Pflanzenbehandlungsmitteln und mechanisch möglich. Die mechanische Bekämpfung, wie Absaugen oder Abbrennen der Gespinste und Raupen, erfolgt gegegbenenfalls gezielt an Einzelbäumen von denen eine Gefahr für den Menschen ausgeht. Die mechanische Bekämpfung kann jedoch nur punktuelle Erfolge bringen.

Im Wald handelt es sich beim Eichenprozessionsspinner um eine sogenannte „waldtypische Gefahr“. Eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Wald erfolgt somit i. d. R. nicht. Ein vollkommener Schutz der Waldbesucher ist auch durch intensivste Bekämpfungsmaßnahmen nicht möglich. Die oben beschriebenen Verhaltensregeln bieten Schutz und sollten daher unbedingt eingehalten werden.

Identifizierte gefährdete Bereiche (z.B. Grill- und Spielplätze, Sitzbänke) werden von der Abteilung Forst des Landratsamtes bzw. den Waldbesitzern mit Hinweisschildern und Trassierband gekennzeichnet.

Weitere Informationen zum Eichenprozessionsspinner gibt es auf der Homepage des Landratsamtes Tübingen, www.kreis-tuebingen.de unter der Rubrik Abteilungen und Organisationen, Abteilung 34 Forst. Bei weiteren Fragen zum Eichenprozessionsspinner oder zur Meldung eines Befalls im Wald im Bereich von Erholungseinrichtungen kann man sich auch an den vor Ort zuständigen Förster oder außerhalb des Waldes an die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden wenden.